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GALERIE AM HOFGARTEN - MÜNCHEN

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JOHANNES HEPP

3 Juni - 3 Juli 2027 in der GALERIE AM HOFGARTEN
Johannes Hepp gewährt in seinem Katalog einen interessanten Einblick in seinen Arbeitsalltag:
Sein Tag beginnt meistens früh morgens. Er trinkt gern kalten Kaffee und isst sein Mittag am liebsten mit selbst geschnitzten Stäbchen. Außerdem kocht, rennt und hört er gern Musik. Wenn meistens vormittags in seinem Atelier die kleinen Aquarelle entstehen, sucht er dabei einen Zustand zwischen Wahrnehmen und Träumerei. Die Aquarelle bilden dabei auch einen Ausgleich zu seinen Holzarbeiten. Am Abend liegt dann meistens der Abschluss einer Arbeit oder etwas Neues in der Luft. Bevor er das Atelier verlässt, schaut er sich die fertigen oder noch im Prozess befindlichen Arbeiten nochmal sehr genau an. Gerne bekommt er hier interessierten Besuch, mit dem er sich über das Wahrgenommene und den eigenen Standpunkt austauscht. Das hilft ihm einen Schritt zu tun, welcher alleine zu gehen ihm vielleicht schwerer möglich gewesen wäre. Dieser Abschluss des Tages im Zwiegespräch deutet bereits an, wie zentral der Betrachter für das Werk von Johannes Hepp ist.
Johanes Hepp arbeitet mit Holz, einem ganz klassischen Bildhauerwerkstoff. Holz kann Spannung, Härte, Weichheit oder Schärfe ausdrücken. Es verhält sich ganz unterschiedlich zu Licht und Raum. Je nach Art reagiert es auch ganz anders auf seine Umgebung und behält meist deutlich die Spuren seiner Bearbeitung durch den Künstler. Wegen dieser Vielseitigkeit wählte Johannes Hepp den diesen Werkstoff. Das Holz bietet ihm viel Raum für seine Ideen und für seinem künstlerischen Weg. Er sägt zunächst die grobe Form mit der Kettensäge heraus und schnitzt dann von Hand weiter.
In seinen Arbeiten kommen Linden-, Pappel-, Eichen-, aber auch Fichten- und Tannenholz zum Einsatz. Aus verschiedenen Gründen und oft auch einfach weil sie gerade zur Verfügung stehen. Farbig gefasst werden die Arbeiten zum Schluss mit Aquarellfarben. Johannes Hepp arbeitet ohne Modelle, vereint aber verschiedenste Aspekte ihm bekannter Menschen oder von Erlebtem.
Bei den jüngeren Arbeiten beginnt Johannes Hepp gefundene Gegenstände einzuarbeiten, was an "Readymades" erinnert.
Seine Skulpturen sind klein, eine der kleinsten steht auf einem schwarzen Planeten, und sie wirken vielleicht auch deshalb zart und verletzbar (Planet, Nr. 7). Die meisten Figuren haben eine gerade aufgerichtete Haltung, die Füße entspannt ein wenig nach außen gestellt, vielleicht ein Knie ein wenig gebeugt, die Körperachse minimal verschoben, die Hände zuweilen lässig in den Hosentaschen vergraben. Sie stehen einfach so da, wie man eben so dasteht, sie gestikulieren nicht und sind mit nichts beschäftigt, sie nehmen keine Haltung ein und schon gar keine Posen.
 
Ihre Kleidung ist individuell, und dabei doch beiläufig, sie sind nicht kostümiert, sie tragen schlichte Shirts, vielleicht einmal einen Ringelpulli oder eine etwas kürzere oder hochgekrempelte Hose, ganz normale Kleidung, was man eben so trägt – oder auch einfach gar nichts, als Aktfiguren – wie der Akt eine Treppe hinabschreitend, eine Hommage an Gerhard Richter und sein berühmtes Werk Ema (Akt auf einer Treppe)von 1966. Die Figuren sind nicht kostümiert, es sei denn, Johannes Hepp hat ihnen eine Narrenkappe aufgesetzt, oder eine Krone oder einen anderen majestätischen Kopfschmuck, wie bei der Figur auf dem Planeten, oder er hat ihnen ein Tierkostüm geschnitzt, z. B. als Pinguin ("Pinguinmänner"), oder sie mit einer Wurst konfrontiert ("Büste im Wurstwirbel"; "Er kann nicht anders. – Mann einer Wurst hinterher blickend"). Aber selbst dann wirken sie keineswegs inszeniert, sondern blicken ungerührt in die Welt, als wäre auch das ganz normal, als hätten sie sich längst an diese Attribute gewöhnt. Das Holz, aus dem sie geschnitzt sind – aus einem Stück und untrennbar mit diesem verbunden – gibt ihnen Raum. Johannes Hepp arbeitet mit weichem Holz, das sich gut formen lässt, meist mit Pappel oder Linde. Das Holz ist ihr Ursprung, es definiert sie selbst und ihr Umfeld. Vielleicht ist auch das ein Grund für ihre Authentizität, dafür, dass sie so sind, wie sie eben sind. Das Holz ist immer präsent, die Farben sind dünn in matter Aquarelllasur aufgetragen, die Spuren der Bearbeitung bleiben sichtbar.
Der Künstler hat die Konzeption des Werkes im Kopf, wenn er beginnt, aber die abschließende Gestalt der Figur und ihr Ausdruck, ihr Blick entwickeln sich erst während der Bearbeitung, während er sie sorgsam aus dem Holz herausschält und bemalt. Eine Figur hat er aus einem Eichenquader herausgearbeitet, dessen eigentliches Gewicht nun über der Figur schwebt, „wie ein umgekehrter Sockel“, wie er selbst beschreibt ("Über mir ein Wolkenmeer – trotzdem hell"). Aber die schwere Last ist gut ausbalanciert, die fragile Figur hat ihren Raum in dem massigen Volumen des Holzes erhalten und wirkt keineswegs bedrängt oder bedrückt – im Gegenteil, sie steht aufrecht und scheint mit geschlossenen Augen in sich selbst versunken. Andere Werke sind wie Schreine oder Flügelaltäre gearbeitet, auch sie aus einem einzigen zusammenhängenden Holzstück (z. B. "Flügelobjekt IV", "Mann im Einteiler"). Sie umschließen schützend die Figur und lassen sich aufklappen, um sie freizugeben. Aber selbst diese Skulpturen bleiben untheatralisch, es öffnen sich Räume, aber keine Kulissen, auch hier ist nichts inszeniert.
In den Werken von Johannes Hepp wird nichts zur Schau gestellt, und doch weisen seine Figuren eine stoische Präsenz auf, ein „So-Sein“. Sie blicken unverwandt und geradeheraus, erscheinen immer ganz bei sich. „Sie sind in einem Zwischenmoment, zugleich draußen und drinnen“, so charakterisiert sie Johannes Hepp. Sind diese Figuren in ihrer Unaufgeregtheit nicht viel echter, sind sie nicht viel mehr Mensch als die narzisstischen Selbstinszenierungen, mit denen sich unsere Gesellschaft gerade selbst flutet? Schauen Sie sich doch mit dieser Frage einmal seinen Narziss an, seine Figur, die sich abwechselnd ihrem eigenen Spiegelbild und dem Betrachter zuwendet.
Die Arbeiten von Johannes Hepp sind auf Interaktion mit dem Betrachter angelegt. Dieser kann an den Kisten ziehen, Teile der Skulpturen bewegen, sie zum Klingen bringen oder sie beim sich selbst Beobachten beobachten - in den Dialog mit den Werken treten. Was er schlussendlich daraus macht, bleibt dem Betrachter selbst überlassen. Johannes Hepp hat keine Erwartung an diesen – bis auf eine möglichst große Offenheit. Denn die Kunst ist ein Feld, dass es wie kein anderes ermöglicht, als Mensch berührt und gleichzeitig verunsichert zu werden. Und dabei neue Aspekte in seinem Fühlen und Denken zu erleben und zu entwickeln – ein großes Thema in der Arbeit von Johannes Hepp. Er ist an der emotionalen Spannweite interessiert, welche den Verwandlungsmöglichkeiten und dem Unerwarteten seiner Arbeit innewohnen.
(Auszüge der Eröffnungsrede von Mandy Krüger • 11.10.2018 • Kunsthalle Neuwerk)

STATIONEN
Johannes Hepp wurde 1986 in Werneck (bei Würzburg) geboren.
2012 hat er
sein Bildhauerei-Studium an der Edith Maryon Kunstschule abgeschlossen und ist seither freischaffend tätig, zunächst in Würzburg, wo er im vergangenen Jahr mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet wurde, und seit zwei Jahren in Freiburg.
Mittlerweile ist er als Dozent an die Schule zurückgekehrt. Aus Zuneigung, wie er sagt. Zu unterrichten, individuelle Prozesse zu begleiten und zu beobachten macht ihm Freude. Und es fordert ihn zugleich. Denn als Dozent hat man die Aufgabe, künstlerische Prozesse und Tätigkeiten Worte zu fassen und zu reflektieren. Und das komme nach eigener Aussage letztlich auch seiner eigenen Kunst zugute.
Seine Wurzeln väterlicherseits liegen am Bodensee, in Langenargen. Dort hatte schon der Großvater eine Werkstatt und hat sich in dieser auf vielfältige Weise handwerklich betätigt. Unter anderem auch mit Holz. Das mag später auch zu Johannes Hepps Entscheidung Bildhauerei zu studieren beigetragen haben.

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
2025              
  • Treffpunkt Kunst 21", Bauverein Darmstadt, mit Frank Kunert
  • "all together now III" Galerie Tammen Berlin, Gruppenausstellung
  • positions art fair berlin, mit Galerie Tammen
  • "Wanderlust", Gastkünstler bei Dietmar Brixy, altes Pumpwerk, Mannheim-Neckarau
  • Galerie Hübner & Hübner, Frankfurt, Einzelausstellung
  • Kunstverein Rastatt, Einzelausstellung
  • ART Karlsruhe, mit Galerie Hübner und Hübner und Galerie Tammen
2024
  • THE HERITAGE POST, Düsseldorf, Einzelausstellung
  • "Gengenbacher MiniManie", Museum Haus Löwenberg, Gengenbach, GA
  •  "All together now 2" Galerie Tammen Berlin, Gruppenausstellung
  •  KUK Raum für Kunst und Kultur Winterthur/CH, Einzelausstellung
  •  Kunstverein Tauberbischofsheim, mit Jan Bresinski
  •  positions art fair Berlin, mit Galerie Tammen
  •   "Dietmar Brixy & Johannes Hepp", Galerie Tammen Berlin
  •   "Mensch" Burg Kalteneck, Holzgerlingen, Einzelausstellung
  •   ART Karlsruhe, mit Galerie Hübner und Hübner und Galerie Tammen
2023               
  • "All together now" Galerie Tammen Berlin, Gruppenausstellung
  • "Gut Holz", Mannheimer Kunstverein, Gruppenausstellung
  • ART Karlsruhe, mit Galerie Hübner und Hübner und Galerie Tammen
  • "Kunst trifft Garten" Paderborn, mit Hans Christian Rüngeler und Kai Hackemann
  •  Rohraum Rikon CH, Einzelausstellung
2022
  • "to the end of the year" Galerie Tammen Berlin, Gruppenausstellung
  • "Material as matter", Kunstmuseum Erlangen, Gruppenausstellung
  •  "Menschenbilder" Kunstdorf Unterjesingen
  •  "Artbreit", Marktbreit
  •   "Skulpturen und Katzenbilder", Moltke Freiburg
  •   ART Karlsruhe mit Galerie Hübner + Hübner
  •   positions art fair Berlin, mit Galerie Hübner + Hübner              
2021                
  • KUK Raum für Kunst und Kultur Winterthur/CH, Einzelausstellung
  • Galerie Hübner+Hübner, Frankfurt am Main, zusammen mit James Lloyd
  • positions art fair Berlin, mit Galerie Hübner+Hübner
2020               
  • ART 87 Andermatt/CH, Einzelausstellung
  • "art zehn", Galerie alte brennerei, Unterramsern/CH, Gruppenausstellung
  • Kunstsommer Wertheim, mit Galerie Art Isotope, Gruppenausstellung
  • Edition für den Freundeskreis des Kulturspeichers, Kulturspeicher Würzburg
  • Einzelausstellung, Galerie Ulrich Gering, Frankfurt am Main
  •  ART Karlsruhe, One-Artist-Show, mit Galerie Ulrich Gering
2019
  • "wooden characters", FONIS Galerie, Düsseldorf
  • Kunst-Projekt Werkforum, Bad Salzhausen, Nidda, Gruppenausstellung
  • depot K, Freiburg, Ausstellung mit Marcela Böhm
2018
  • Kulturförderpreis der Stadt Würzburg
  • "leichte Verunsicherung", Neuwerk Kunsthalle Konstanz, Einzelausstellung
  • Holzbildhauersymposium Battenberg (Eder)
  • WeinKulturGaden Thüngersheim, Einzelausstellung
  • Triennale IV Fokus Franken, Kunsthalle Schweinfurt (GA), Publikumspreis
  • Kunstverein Frauenfeld / CH, Einzelausstellung


AKTUELLE ARBEITEN
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