Die Arbeiten von Thomas Koch spielen mit Räumen und Durchblicken, sind jedoch stets eingebettet in eine subtile Ordnung und kleiden sich meist in eine gedeckte Farbigkeit. Der in Bochum geborene Künstler spricht gerne vom „Bauen“ seiner Bilder, bezeichnet sich auch als „Architekt“ seiner Werke. Über Jahrzehnte hat sich Thomas Koch aus den Gestaltungsprinzipien der Schichtung und Verflechtung eine eigenständige, gleichermaßen verbindliche und dennoch immer wieder individuell erscheinende Bildsprache entwickelt: Aus geometrischen Grundformen entstehen im aktiven Zusammenspiel von Linien und Flächen immer neue Bildstrukturen. Kochs Arbeiten verfolgen dabei einen sehr rhythmischen Duktus, der stark von Wiederholungen und Variationen in der Komposition geprägt ist. Seine schier unerschöpfliche Kreativität in der Umsetzung von Materialien auf den unterschiedlichsten Mal-Gründen – Koch arbeitet mit Leinen, Papier, Pappe Holz oder auch Glas – dient dem Entwickeln und Finden der jeweils optimalen Form für jedes Bild.
Dr. Gabriele Uelsberg, die ehemalige Direktorin Rheinisches Landesmuseum Bonn schrieb über das Werk von Thomas Koch:
Reminiszenz des Motivs
"Nähert sich ein Betrachter in einem ersten Schritt den Gemälden und Objekten von Thomas Koch, so mag es zunächst leicht sein, den Werken ihre Unabhängigkeit und Freiheit vom „Vorbild“ in der kompositionellen Formulierung zu glauben. Im genaueren Hinsehen erkennt er jedoch nach dem zweiten Betrachtungsschritt, dass die Arbeiten sich immer wieder auf ein ganz bestimmtes, rhythmisches Maß zurück beziehen lassen, das nicht aus der Komposition, sondern aus einer scheinbar, dem Bilde innewohnenden Zwangsläufigkeit resultiert. Stellt der Rezipient dann die Frage nach der Regelstruktur, gewinnt er im dritten Schritt die Erkenntnis, dass Thomas Koch alle seine Bilder stets vom Gegenstand herleitet und sich das Motiv durch Arrangement von Stillleben immer wieder neu erarbeitet und ermalt.
Die Gegenstände, aus denen sich Kochs Stillleben-Kompositionen zusammensetzen, waren vielleicht in den frühen Arbeiten noch erkennbar, haben sich heute jedoch soweit vom Mimetischen weg entwickelt, dass nur schwer nach zu vollziehen ist, aus welchen unterschiedlichen Elementen hier ein flächendeckendes und nahezu strukturell polyfokales Kompositionsgebilde entstanden ist.
"Nähert sich ein Betrachter in einem ersten Schritt den Gemälden und Objekten von Thomas Koch, so mag es zunächst leicht sein, den Werken ihre Unabhängigkeit und Freiheit vom „Vorbild“ in der kompositionellen Formulierung zu glauben. Im genaueren Hinsehen erkennt er jedoch nach dem zweiten Betrachtungsschritt, dass die Arbeiten sich immer wieder auf ein ganz bestimmtes, rhythmisches Maß zurück beziehen lassen, das nicht aus der Komposition, sondern aus einer scheinbar, dem Bilde innewohnenden Zwangsläufigkeit resultiert. Stellt der Rezipient dann die Frage nach der Regelstruktur, gewinnt er im dritten Schritt die Erkenntnis, dass Thomas Koch alle seine Bilder stets vom Gegenstand herleitet und sich das Motiv durch Arrangement von Stillleben immer wieder neu erarbeitet und ermalt.
Die Gegenstände, aus denen sich Kochs Stillleben-Kompositionen zusammensetzen, waren vielleicht in den frühen Arbeiten noch erkennbar, haben sich heute jedoch soweit vom Mimetischen weg entwickelt, dass nur schwer nach zu vollziehen ist, aus welchen unterschiedlichen Elementen hier ein flächendeckendes und nahezu strukturell polyfokales Kompositionsgebilde entstanden ist.
Der Betrachter entdeckt für sich eine Bildstruktur, in der sich die Formen und Elemente, aus denen das Bild zusammengesetzt ist, in ein Schichtengefüge einfinden, aus dem sich immer wieder neue Ansichten und Aspekte der Bildfläche gerieren. In einem sich immer stärker verdichtenden Übereinanderlagern von Formen und Formmotiven entsteht so eine Gleichmäßigkeit und letztlich auch Harmonisierung der Bildfläche, die sich in der Betrachtung als Einheit und damit wiederum als abstraktes und scheinbar völlig gegenstands-undeterminiertes Bildgefüge darstellen.
Was auffällig ist, ist der für seine Bilder entwickelte Farbkanon, dem Thomas Koch seine Form- und Flächenfindungen unterwirft. Jedes Bild erhält so ein vom Motiv unabhängiges Farbklima, das sich innerhalb eines ganz bestimmten Valeurs in unendlich vielen Schichtungen parallel zu den Formschichtungen ausbreitet und so aus der Bildoberfläche eine farbräumliche, wenngleich von jeglichen Perspektivassoziationen befreite, Oberfläche entwickelt. In den Arbeiten, die Thomas Koch in den letzten drei Jahren geschaffen hat, stellt sich darüber hinaus ein weiteres Phänomen in der Darstellungsform ein und zwar die deutlichere Gewichtung der Linie.
Die Linien, die den jeweils abstrahierten gegenständlichen Bezug umreißen, gewinnen an Plastizität und werden zum Teil in collagierenden Elementen als selbständige Einheiten eingesetzt. Dies führte im weiteren Arbeiten zwangsläufig auch zu einem immer stärker in den Raum hinausgreifenden künstlerischen Ansatz, den Thomas Koch in seinen Reliefbildern verstärkt.
Die Linien, die den jeweils abstrahierten gegenständlichen Bezug umreißen, gewinnen an Plastizität und werden zum Teil in collagierenden Elementen als selbständige Einheiten eingesetzt. Dies führte im weiteren Arbeiten zwangsläufig auch zu einem immer stärker in den Raum hinausgreifenden künstlerischen Ansatz, den Thomas Koch in seinen Reliefbildern verstärkt.
Hier entwickelt sich neben der Schichtung von Formen und Flächen ein räumliches Erlebnis, das bewusst auf plastische Elemente verzichtend einen Filigranraum von Farbe und Licht suggeriert, der sich in der Malerei der Jahre fortsetzt. Parallel zu den Arbeiten, die die Linienelemente verstärken und so einen stärker zeichnerischen Duktus erlauben, führt Thomas Koch seine rein malerischen Arbeiten in eine stärkere, strukturelle Geometrie. Wie von fast gleichgewichtigen Flächenquadraten strukturiert, erscheinen die neuesten Arbeiten, wobei sich in den jeweils reduzierten Flächen malerisch wiederum die Schichten in ihrer Unterschiedlichkeit, wie durch einen Fokus betrachtet, im Bild selbst nach hinten hin fortsetzen. Der konkrete Gegenstand beziehungsweise die Möglichkeit einer Gegenstandsassoziation wird in diesen neueren Arbeiten immer weiter verschleiert, so dass sich eine Rückbeziehung auf Motive und Gegenstände in diesen letzten Arbeiten nahezu ausschliessen. Die Vielschichtigkeit und die Ambivalenz wird in diesen Arbeiten durch den veränderten Betrachterstandpunkt suggeriert, der in unterschiedlichen Blickwinkeln scheinbar immer wieder auf gleiche Stellen gerichtet ist. Dieses Nebeneinander von Achsen, in die sich die Bildflächen eingliedern, geben den Gemälden einen besonderen Charakter von Labilität, wobei sich die Formen in den Flächen drehen, kippen und aus den Achsen verschoben zu sein scheinen, um dadurch die Bildoberfläche selbst in rhythmische Bewegung zu versetzen. Dies erscheint den Reliefbildern verwandte, wenngleich die optische Irritation, die sich in den Darstellungen ergibt, in den Reliefbildern gleichsam faktisch und in den Gemälden nahezu virtuell ist.
Die bewusste Konzentrierung auf eine einzige künstlerische Setzung, wie sie in den Arbeiten von Thomas Koch evident ist, erfordert für jedes Bild eine immer wieder neu erarbeitete und individuelle Lösung. Dies ist nur zu verstehen, betrachtet man die Entstehung eines Bildes als gleichsam meditativen Prozess, der sich immer wieder neu aus Anlass der Malerei entwickelt und dem sich der Künstler immer wieder unterwirft, in dem er ihn annimmt und so jedes Bild für sich als eine jeweils individuelle Lösung seines spezifischen formalen Problems entwickelt. Bezeichnend in diesem Kontext ist daher Thomas Kochs Vielfalt in der Umsetzung von Materialien auf den unterschiedlichsten Gründen, der immer wieder neu nahezu experimentell miteinander verbindet, um so die jeweils eigene Form für jedes Bild zu entwickeln."
Die bewusste Konzentrierung auf eine einzige künstlerische Setzung, wie sie in den Arbeiten von Thomas Koch evident ist, erfordert für jedes Bild eine immer wieder neu erarbeitete und individuelle Lösung. Dies ist nur zu verstehen, betrachtet man die Entstehung eines Bildes als gleichsam meditativen Prozess, der sich immer wieder neu aus Anlass der Malerei entwickelt und dem sich der Künstler immer wieder unterwirft, in dem er ihn annimmt und so jedes Bild für sich als eine jeweils individuelle Lösung seines spezifischen formalen Problems entwickelt. Bezeichnend in diesem Kontext ist daher Thomas Kochs Vielfalt in der Umsetzung von Materialien auf den unterschiedlichsten Gründen, der immer wieder neu nahezu experimentell miteinander verbindet, um so die jeweils eigene Form für jedes Bild zu entwickeln."
STATIONEN
- 1959 geboren in Bochum
- 1982-88 Studium der Malerei an der Fachhochschule für Kunst und Design, Köln bei Prof. Dieter Kraemer
- 1988 Meisterschüler bei Prof. Dieter Kraemer
- 1984 -2015 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Mülheimer Künstler
- seit 2002 Mitglied Verein Düsseldorfer Künstler
- seit 1996 Mitglied des BKB Bochum
- 2009 wird der Kunstort Kapitänshaus Neuendorf, Rügen gegründet
- 1989 Preisträger Aktion Kunstblatt, Rheinische Post Düsseldorf
- 2001 Jahresarbeitsstipendium, Konrad-Adenauer-Stiftung
- 1989 awardee Aktion Kunstblatt, Rheinische Post Düsseldorf
- 2001 Scholarship Konrad-Adenauer-Stiftung
- 2025 Preisträger des Ennepe-Ruhr-Kunstpreises
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
- 2026 Wiener Künstlerhaus 7. – 11. Oktober 2026, Kunstmesse Fair For Art Vienna
- 2026 zs art Galerie, Wien Gruppenausstellung
- 2025 Stadtmuseum Hattingen-Blankenstein
- 2025 Ausstellung zum Kunstpreis Ennepe – Ruhr 2025 - Ausstellung der Nominierten
- 2025 Farbenrauschen“, Galerie Kunststücke München mit Ralph Kerstner
- 2023 „one-artist-show“, Art Karlsruhe, zs art Galerie, Wien
- „Altes entdecken-Neues sehen“, Kunsthalle Gevelsberg
- 2022 „entlang der Linie“, Galerie Kunststücke München mit Joan Artigas Planas
- 2020 „temporal-lokal“, Kunstverein Hattingen
- „up along and across“, Galerie Kunststücke München mit Elgin Willigerodt
- 2019 „Alles in Ordnung“, Galerie Schröder & Doerr
- Bergisch-Gladbach; „die unteren Schichten tragen die oberen“
- Firma DLMC, Sprockhövel
- 2018 „one-artist-show“, Art Karlsruhe, zs art Galerie, Wien
- 2018 „aus Papier., auf Papier …u.a. Papier“ - Galerie Kunststücke München
- 2017 „Neue Arbeiten“, Strandhalle, Ostseebad Ahrenshoop
- 2017 „Palimpsest“, Galerie Kunststücke München
- 2016 „square“ Städtische Galerie Filderstadt
- 2015 „Heimspiel“, Galerie 46, Mülheim
BETEILIGUNG AN MESSEN
- Art Karlsruhe 2025, zs art galerie, Wien
- Art Karlsruhe 2023, one – artist – show, zs art galerie
- Luxembourg Art Week 2019. zs art galerie, Wien
- Art Karlsruhe 2018, one – artist – show, zs art galerie
- Paperpositions Berlin, zs art galerie, Wien
- Vienna International Art Fair 2017, zs art galerie, Wien
- Paperpositions Berlin 2017, zs art gallerie, Wien
- Art Karlsruhe 2014, Galerie Depelmann
- Art und Antikmesse Münster 2013, Galerie Depelmann
- Art Bodensee 2013, Galerie Depelmann
- Affordable Art Hamburg 2013. Galerie Depelmann
- Art Karlsruhe 2012, Galerie Depelmann
- Art Innsbruck 2011, Galerie Depelmann
- Art Antik Düsseldorf 2011, Galerie Depelmann
- Art Karlsruhe, 2011, Galerie Depelmann
- Antik & Kunstmesse Düsseldorf 2009, Galerie Depelmann
- Art Bodensee 2008, Galerie Depelmann
- Antik und Kunstmesse Hannover Herrenhausen 2008, Galerie Depelmann
- Cologne Fine Art Messe Köln 2007, Galerie Schröder & Doerr
- Art Karlsruhe 2007, one – artist – show, Galerie Depelmann
- Cologne Fine Art Messe Köln 2006, Galerie Depelmann
- Kunst Köln Messe Köln 2005, Galerie Depelmann
- Kunst Köln Messe Köln 2003, Galerie Depelmann
- Kunst Köln, Messe Köln 2002, Galerie Schröder & Doerr
- Kunst Köln Messe Köln 2001, Galerie Schröder & Doerr
SAMMLUNGEN / ÖFFENTLICHE ANKÄUFE
- Museum Bochum
- Kulturstiftung Rügen
- Museum Alte Post, Mühlheim
- Städtische Galerie Kaarst
- Galerie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn
AKTUELLE ARBEITEN