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GALERIE AM HOFGARTEN - MÜNCHEN

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Sati Zech studierte Bildhauerei bei Professor Lothar Fischer an der Hochschule der Künste in Berlin. Bereits seit Jahrzehnten bereichert sie als zeitgenössische Künstlerin die Kunstszene, präsentiert ihre Werke weltweit in renommierten Galerien, Museen und Kunstvereinen.
Bekannt geworden ist Sati Zech mit ihren sogenannten "Bollenarbeiten": Papier- und Leinwandcollagen in unterschiedlichsten Größen, deren Farbigkeit reduziert ist auf Schwarz und Rot. Auf ihnen reiht sie runde Formen in leuchtendem Rot in unterschiedlichen Größen und Abständen wie Noten an – neben- und untereinander. Die Arbeiten wirken auf den ersten Blick wie starke und in sich geschlossene abstrakte Strukturen. Die Einfarbigkeit in Rot oder Schwarz auf weißem Grund unterstreicht den strukturalen Charakter der Arbeiten und bietet strenge Formen von farbiger Linie auf weißer Fläche. Die Bollen weisen jedoch auf das Interesse der Künstlerin für die afrikanische Kultur hin, die sie auf ihren Reisen gut kennengelernt und verinnerlicht hat. Die Formen der afrikanischen Hütten und der traditionellen Gefäße lassen sich unschwer mit den "Bollen" assoziieren. Vor allem sind die Bollen aber rund und prall und stehen für Sinnlichkeit und Körperlichkeit. Zechs Collagen entstehen durch Schichtungen und Aneinanderreihung von unterschiedlichen Papieren oder Stoffen. Einzelne Arbeiten erhalten dadurch körperliche Strukturen, die an Reliefs, aber auch an Wandteppiche erinnern. Das Papier als Träger der Malerei wird punktuell überdeckt, verklebt, aufgerastert durch andere Papierfetzen verborgen. Die glatten Flächen werden mit Farbe gewellt und überspachtelt. Spuren vorausgehender künstlerischer Arbeit sind nur teilweise verdeckt, zeigen sich im Ansatz von Gravuren oder schimmern schattig durch das überstrichene Weiß.
In den letzten Jahren kehrte Sati Zech zu ihren bildhauerischen Anfängen zurück und schuf Objekte aus Leder, die die Bollenthematik aufgreifen und zu einer in sich geschlossenen Form weiterentwickeln.
Im Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens von Sati Zech stehen die Grundfragen des Seins: Der Mensch, sein Ursprung und seine Einbindung in Lebensräume, darum kreist ihr Oeuvre.
"Über die eigene Arbeit sprechen und nachdenken lernen. Zeichnerisch, malerisch oder plastisch das eigene Tun auf die Spitze treiben. Immer dem roten Faden auf der Spur. Lustvoll die Welt zustricken, bis die Nähte krachen, im eigenen Labyrinth sich mit Genuss verlaufen, an der eigenen Sprache sich berauschen – mit Kraft und Entschiedenheit für Klarheit sorgen, alles abhacken, was stört – Behauptungen formulieren – wie viel Leere braucht die Fülle – Hauptschauplätze von Nebenschauplätzen trennen", so formuliert die 1958 geborene Künstlerin den Anspruch ihrer „Meisterkurse“, in denen sie seit vielen Jahren KunststudentInnen ermutigt und dabei begleitet, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.
Sie selbst arbeitet auf Leinwand und neuerdings mit Leder. Ihre sogenannten "Bollenarbeiten" waren zuerst nur als serielles Arbeitsprojekt gedacht. Anfänglich sehr bildhauerisch und monumental im Raum, entstanden kraftvoll gebaute orangefarbene bis kadmiumrote Arbeiten. Durch das „Immer-Wieder-Auftragen“ hochintensiver Pigmente entstanden Räume. Die Arbeiten des letzten Jahrzehnts veränderten sich – seriellen, fast digitalen Zeichnungen ähnelnd. Das helle Rot wurde ersetzt durch dunkle, schwere Rottöne.
Aktuell beschäftigt sich Sati Zech am liebsten mit dem Material Leder - möchte neues Ausprobieren: neue Techniken, neue Materialien.
Die aus Leder genähten Körper, innen aufgebaut mit Holz, textilen Materialien und Gips, brandschwarz und trotzdem wie durch tausendfache Berührung glatt und glänzend getätschelt wie Reliquien, haben als Aufbewahrungsbehälter für Nahrung, als Urnen oder pralle Schläuche für Fett, Fleisch oder Blut, in ihrer realen Gegenwärtigkeit den Charakter von gleichwohl äußerst schweigsamen, sinistren Kultgegenständen.

Der Kunsthistoriker Michael Wüst sagte 2023 in einer Laudatio über das künstlerische Schaffen von Sati Zech: „Um einen Ausdruck aus der Musik zu Hilfe zu nehmen: Sati Zechs Malerei auf Leinwand wirkt wie ein Ostinato. Der stetig rote, serielle “Ton” in Halbkreisen – mal gestreckter, mal gestauchter – klopft obstinat auf und in den weißen Grund unter Beibehaltung einer horizontalen Schriftlinie. Unter dem taktenden Rot verwandelt sich der Hintergrund zum Untergrund. Einem Untergrund, in dessen stofflicher Tiefe möglicherweise ein verborgener Klang sei, der sich mit der rhythmischen Beschwörung, unter der rhythmischen Ertastung enthüllen möge. Mag sein in einer Art der Litanei, die die gefährliche Energie des Heiligen besänftigen soll: Man hat das Gefühl, die Künstlerin fordert eine Revelation, eine Offenbarung. Aber dabei bedeckt sie das Verborgene auch. Die Dialektik darin ist: Die Enthüllung braucht ihr Maß an Verhüllung. Sie etabliert ein Verborgenes und gleichzeitig schützt sie es. Das ist das klassische “Zwei-Schritt-vor-einer zurück” der Rekapitulation, der Wiederaufnahme der Serie a posteriori, zurück in die Nähe des Beginns, nur eine Masche zurück. Maschinen und Werke repräsentieren selbiges mechanisch mit Rückholfedern oder Schneckengetrieben, es findet sich im Stricken, Häkeln und Knüpfen und gewinnt sich zu guter Letzt im resultierenden Ornament. Das Stottern oder das Humpeln, von dem die Künstlerin selbst spricht, entspricht ihrer behutsamen Provokation der Evokation.    
Sie verbirgt auf eine fordernde Weise. Die Reihen der roten Monade sind oft eng gesetzt, sie geben sich wie ein Code. Oder besser: Sie sollen sich selbst als solcher erkennen! Ist hier also kein Text chiffriert, sondern ein fakultatives Pattern angelegt, aus dem die Fähigkeit, selbst zu chiffrieren emergieren soll?
Auf Papier begegnen wir dazu einer Reihe von Kommentaren, rot und schwarz, die wie die herausgerissenen Tagebuchseiten einer archäologischen Unternehmung anmuten. Selbst Fundstücke? Schnell skizziert immerhin, wann auch immer. Korrekturen in den Mitteilungsschichten, wenn wir bei einer Archäologie der Zeichen bleiben dürfen, werden mit der Schere herausgeschnitten, nicht übermalt. Das Papier mit seiner flachen Materie wird nicht perkussiv traktiert. Schwarze Seiten erinnern an Grundrisse, möglicherweise Gräber, Samenkapseln. Auf roten Seiten kann man Belagerungsmaschinen mit Netzen sehen, Brücken ohne Ufer, Zeugen einer umkämpften Zivilisation." (…)

STATIONEN
Geboren 1958 in Karlsruhe, lebt seit 1972 in Berlin
1982-87 Studium der Bildhauerei und Malerei bei Prof Lothar Fischer an der UDK Berlin
1987 Meisterschülerin
1958 in Karlsruhe geboren
Workshops seit 1982, Kunstcoaching/zoom coaching seit 2018
Nationale und internationale Lehrtätigkeit (USA, Mexiko, Marokko)
 
STIPENDIEN / AUSZEICHNUNGEN
1988 Arbeitsstipendium des Berliner Senats,
1991 Villa Serpentara,Akademie der Künste Berlin
1994 Großer Nachwuchsförderpreis, Bayr. Akademie der schönen Künste
1997 Schloss Wiepersdorf,
2006 Egmont Schäfer Preis, Berlin,
2009 Yaddo Stipendium, New York, USA
2010 Lux Art Stipendium, Encinitas, CA,USA
2020 Arbeitsstipendium, Deutscher Künstlerbund
2023 Grosses Arbeitsstipendium des Senats für Kultur und Europa
2024 Momentum, Stipendium, Mexiko City, Mexiko
 
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
Zusammenarbeit mit internationalen Galerien, vertreten seit 2012 auf der Art Miami,
seit 2009 auf der paper art New York, Art Karlsruhe und art Köln

AKTUELLE ARBEITEN
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